High Quality Fixed Income bietet mehr als Sicherheit
Pimco stellt Renditen auf Aktienniveau in Aussicht. Top-Pick für Safe-Haven-Portfolio: Peru.
Das Wort „Tariffs“ hat seit Donald Trumps gestrigen Liberation Day Hochkonjunktur und sorgt in der Branche für Aufruhr sowie für fallende Aktienkurse. „Tariffs“ löste mit „Uncertainty“ auch den gefühlten bisherigen Themen-Spitzenreiter ab, was wiederum ein Kunststück darstellt, weil die Zölle die Unsicherheit stark erhöht haben.
Wenige Stunden vor der Trumpschen Präsentation seines Außenwirtschaftlichen Sachverstands stand beispielsweise auf der Agenda eines Media Summits von Pimco noch Uncertainty – und daraus resultierende Implikationen für die Kapitalanlage – ganz oben. Die Empfehlung von Andrew Balls, Pimcos CIO Global Fixed Income: „High Quality Fixed Income macht sehr viel Sinn.“
6,5 bis 7,5 Prozent
Dass ein auf Fixed Income spezialisierter Asset Manager Fixed Income empfiehlt, ist wenig überraschend. Balls und sein Team haben jedoch auch gute Argumente mit der hohen Bewertung des Aktienmarkts und der Rückkehr der negativen Korrelation zwischen Aktien und Anleihen. Auch trifft die naheliegende Vermutung nicht zu, dass High Quality Fixed Income zwar sehr viel Sinn macht, aber eben auch sehr wenig Rendite. Mit Verweis auf den Pimco Income Fund argumentiert Balls mit einer Yield von 6,5 bis 7,5 Prozent. „Das sind Renditen auf Aktienniveau und insbesondere mit Blick auf die Unsicherheit gute Returns.“ Im vergangenen Jahr lag die Performance des Fonds bei 5,42 Prozent. Die effektive Duration wird mit 4,72 Jahren angegeben.
Deutschland weniger deutsch
In Folge des Liberation Day sind die Renditen von zehnjährigen US-Treasuries auf vier Prozent gefallen. Befreiende Entwicklungen sieht Pimco allerdings eher woanders. Zum Beispiel in Europa. „Deutschland wird etwas weniger deutsch und das ist gut“, konstatiert Portfoliomanager Konstantin Veit hinsichtlich des Schuldenpakets. „Es ist gut und hilfreich für Europa und Deutschland, dass das Land weniger restriktiv ist.“ Pimco geht davon aus, dass der Schuldenstand für längere Zeit über dem Maastricht-Kriterium von 60 Prozent des BIP liegen wird. (Möglicherweise sogar nicht nur for longer, sondern forever.) Problematisch für die deutsche Kreditqualität sei ein höherer Schuldenpegel jedoch nicht. „Auch in diesem Fall sieht Deutschland immer noch besser als andere Länder aus“, erklärt Veit. Zudem sei das Rating nicht in Gefahr. Pimco erwähnt an dieser Stelle die Einschätzung von S&P, dass das Finanzpaket das AAA-Rating sogar stütze, da ja mit der Kreditaufnahme die Binnenwirtschaft angekurbelt werde. Ein Schaden sei das deutsche Finanzpaket auch nicht für die anderen Euroländer. Zumindest kurzfristig seien keine höheren Spreads bei deren Renditen zu Bunds zu erwarten. Weiterer Vorteil von höheren Schulden: „Für den europäischen Kapitalmarkt ist es gut, wenn mehr Bunds emittiert werden. Manchmal mangelt es nämlich an Liquidität“, so Veit.
Schwellenländer bieten Sicherheit
Viele Alpha-Opportunitäten liegen für Pimco in den Emerging Markets. In den Schwellenländern, die attraktiv bewertet seien, habe es in 2024 keinen Default und eine Rekordzahl an Upgrades gegeben. „Positiv sind auch die Kapitalströme“, erklärt Portfoliomanager Pramol Dhawan. „Die Unsicherheit in den USA zieht das Kapital von dort ab – teilweise auch in die Emerging Markets.“ Ein großes Risiko seien für die Schwellenländer jedoch die Zölle. Von der Kreditqualität der Emittenten ist Dhawan so überzeugt, dass es für ihn auch möglich wäre, für eine Versicherung ein Safe-Haven-Portfolio aus Staatsanleihen-Schwellenländern zu bilden. Als Top-Picks-Beispiele nennt Dhawan in Lateinamerika Peru, Uruguay und Chile, sowie in Europa Polen und in Asien Indonesien. Übergewichten würde der EM-Spezialist in einem auf Sicherheit bedachten Portfolio Peru. „Peru weist ökonomische Daten auf, mit denen es in den Emerging Markets an der Spitze steht.“ Was dem Andenstaat auch zum Vorteil gereicht: Die Trump-Tariffs sehen für Peru nur den Basissatz von zehn Prozent vor.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Fixed Income
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