Großanleger bekunden Interesse an Immobilien-Spezial-AIF
Versicherungen, Banken, Pensionskassen und Versorgungswerke interessieren sich momentan vor allem für Real Estate Debt, Data Centers und Light Industrial. Das und mehr zeigt eine aktuelle Umfrage.
Nach einer zwischenzeitlichen Abschwächung und darauffolgender Stabilisierung hat das Interesse deutscher institutioneller Investoren an der Ausweitung des Anteils von Immobilien-Spezial-AIF in ihrem Portfolio im Laufe des zweiten Halbjahres 2024 wieder spürbar zugenommen. Das ergab die mittlerweile neunte Umfrage zum „Fondsmonitor“ der Beratungsgesellschaft Lagrange Financial Advisory aus Frankfurt am Main und der Fachkonferenz Investmentexpo. Befragt wurde dabei „schwerpunktmäßig“ Vertreterinnen und Vertreter von institutionellen Investoren aus den Bereichen Versicherungen, Banken, Pensionskassen und Versorgungswerke.
Das Interesse richtet sich vor allem auf Wohnimmobilien
Bei den einzelnen Immobilien-Nutzungsarten ist das Interesse an Wohnimmobilien am größten und mit rund 16 Prozent der Nennungen auch wieder etwas stärker ausgeprägt als im ersten Halbjahr 2024 mit damals 13 Prozent. Bei den erneut an zweiter Stelle liegenden Logistikimmobilien war mit rund 14 Prozent der Nennungen ebenfalls ein leicht zunehmendes Interesse zu verzeichnen (H1/2024: zwölf Prozent).
Groß ist das Interesse auch an Investments in Real Estate Debt, welche mit elf Prozent der Nennungen noch vor allen weiteren Immobilien-Nutzungsarten rangierten und ihren Anteil an den gesamten Nennungen damit nahezu verdoppelten. Mit jeweils zehn Prozent der Nennungen folgten an vierter Stelle gleichauf die Asset-Klassen Light Industrial sowie Data Centers. Einzelhandelsimmobilien mit Lebensmittelschwerpunkt erreichten einen Anteil von neun Prozent der Nennungen. Erneut abgenommen hat das Interesse an Büroimmobilien mit nur noch fünf Prozent (H1/2024: sechs Prozent).
Deutschland ist die gefragteste Zielregion
Bei den infrage kommenden Zielregionen für Investments von Immobilien-Spezial-AIF nahm das Interesse an Deutschland mit 16 Prozent der Nennungen gegenüber den im ersten Halbjahr verzeichneten 13 Prozent wieder etwas zu. Die traditionell stark gefragte Benelux-Region erhielt 14 Prozent (H1/2024: 13 Prozent). An zweiter Stelle unter den Auslandsmärkten lagen Frankreich und die USA gleichauf mit jeweils zwölf Prozent, gefolgt von Großbritannien und Österreich mit zehn beziehungsweise neun Prozent der Nennungen.
Bezüglich der Risikoakzeptanz bei Investments in Immobilien-Spezial-AIF stehen Core-Plus-Investments weiterhin an der Spitze, wobei sich der Abstand zu den zweitplatzierten Core-Investments deutlich vergrößert hat. Während auf Core-Plus-Investments gut 48 Prozent der Nennungen entfielen, waren es bei Core-Investments rund 32 Prozent (H1/2024: 33 Prozent). Value-add-Investments, die rund 17 Prozent der Nennungen erhielten (H1/2024: 22 Prozent), waren weniger gefragt, ebenso wie opportunistische Investments mit nur noch drei Prozent (H1/2024: fünf Prozent).
Bei Investments in Infrastruktur-Spezial-AIF stehen weiterhin vor allem Erneuerbare Energien (Photovoltaik, Windenergie) sowie diversifizierte Infrastrukturinvestments im Fokus. Dabei kommen als Zielregionen vor allem Deutschland und andere europäische Länder mit jeweils 38 Prozent der Nennungen infrage, während Nordamerika (19 Prozent) und vor allem Asien (vier Prozent) auf wesentlich geringeres Interesse treffen.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Immobilien | Infrastruktur | Spezialfonds
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